Unheil von Eshu
Waffen

Unheil von Eshu

Seltenheit 4EinhänderANG

Stufenwerte

Stufe
ANG565
ANG27,6 %
Unheil von Eshu — Eine Ritualklinge, geschmiedet von Sanhaj, dem großen Hohepriester der Meister des Nachtwinds. In den Erzählungen aus alter Zeit konnte Sanhaj mit dieser gebogenen Klinge Rituale durchführen und die Grenze zwischen dem Königreich der Nacht und dieser Welt verwischen.
Deutsch

Durchdrungene Grenze

Erhöht den mit Standardangriffen und heftigen Schlägen verursachten Schaden des Trägers im Schutz von Schilden um 20 % sowie deren KT um 8 %.

Nutzer — Einhänder

Geschichte

Gleich einem Schmetterling, der sich vor seiner Metamorphose noch in dem engen grünen Kokon zusammenkauert, so war der anmutige Flamingo ehedem nur ein graues, unscheinbares Federknäuel. Jener erhabene Hohepriester, der mit betörenden Worten die Massen umgarnt, auch er durchlebte nach seiner Geburt eine lange Zeit der wortlosen Verwirrung. Ein Stammesältester, Hüter der sakralen Flammen, sprach, dass seiner Seele Hälfte im nächtlichen Feuer entschwunden sei. Das Kind ohne Stimme soll an seinem Geburtstag in die karge Steinwüste gehen, um sein verlorenes Selbst zurückzuholen. Doch diese Reise birgt ungeahnte Gefahren, da die Seele sieben Schleier durchschreiten muss, um dem Herrn der Stille gegenüberzutreten. Selbst in Begleitung des Drachens, der zwischen den Welten wandeln kann, kehren nur selten Reisende von diesem Pfad zurück. Unter den Iktomisauriern erklärt sich einzig der unbegreifliche Mahamba bereit, den Jungen ins Land der Mysterien zu begleiten. In dieser Halle, deren Stufen aus schwarzem Obsidian gehauen sind, schien das Kind, als würde es die Welt mit neuen Augen sehen, Erinnerungen vergangener Königreiche fließen wie Schemen durch sein Blickfeld, die Szenen erhellt von schimmerndem Leuchten. Es war, als hätte er vor Zeiten selbst erlebt ... wie der Ur-Feuergott vor dem Vulkan die Arme zum Schwur erhob. Obgleich er selbst nie Teil jener Erinnerungen war, steht er inmitten der Schatten längst verblichener Helden. Als der heilige Herrscher der nebelverhangenen despotischen Stadt in die Hände des Jungen mit den roten Pupillen fiel, am Fuße des verwaisten Throns, blickte er einst auf die in Flammen stehende Stadt hinab, auf die Gesichter derer, die in dem pechschwarzen Moor versanken. Alles Geschehene ließ ihn jedes Wort, jede Silbe und die verborgenen Bedeutungen dahinter klar erkennen, und es gewährte ihm den Blick durch den Fluss der Zeit, bis er schließlich die Wahrheit erfasste. Der Herrscher der Nacht hatte all dies so gelenkt und nun entfaltete sich alles vor seinen Augen. Das Kind, nun erwachsen, erblickte den dunklen Schatten, der sich über ganz Natlan legte, und die nahenden unheiligen Kreaturen aus fremden Welten. Er sah, wie der schwarze Schatten die einsame Insel verschlang, sich wie Feuer ausbreitend, wie Maden, die alles durchdringen. Wo der Schatten herrschte, da vereinten sich die Klagen der Toten mit dem Seufzen der Sterbenden in einem Klagelied der Verzweiflung. Als der pechschwarze Nebel sich über die Stämme von Natlan senken wollte, entrang sich ihm ein Ruf: „Halte ein!“ Kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen, erwachte er plötzlich und fand sich neben dem blau lodernden Lagerfeuer liegend wieder. Mahambas Augen blitzten in einem seltsamen Licht auf, während der Alte ihm den Zeremonienstab reichte. Von jenem Tag an begann Sanhaj, der alles über die Vergangenheit wusste, sich selbst mit Schönrednerei zu beweihräuchern. Mit antiquierten Phrasen mahnte er gedankenlose Narren, nicht die drohenden Gefahren der Zukunft zu verkennen. Von jenem Tag fing Sanhaj, versiert in den Erzählungen aller Zeiten, an, gewaltige Lügen zu spinnen. Aus den gestapelten Schriftrollen errichtete er ein Labyrinth, das die Geheimnisse verbarg, anstatt sie zu lüften.

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