Silberlampe

Silberlampe

★★★★EinhänderANG

Stufenwerte

Stufe
ANG510
ANG41,3 %
Silberlampe — Ein Langschwert, das vom Windleser, einem der drei Einsiedler von Guizang aus Liyue, hinterlassen wurde. Der Legende nach wurde es aus geheimem Silber geschmiedet, das vom Himmel gefallen war, und hat einst mit einem einzigen Schlag fließendes Meerwasser gespalten.
Deutsch

Sonnenspiegelung im Wasser

Erhöht nach dem Anwenden der Elementarfähigkeit innerhalb von 12 s die Elementarkunde um 52 Punkte. Dieser Effekt ist bis zu 2-fach stapelbar, die Wirkungsdauer jeder Stapelung ist unabhängig.

Nutzer — Einhänder

Geschichte

Damals wurde der Junge noch nicht als Begründer der Qimen-Wahrsagekunst verehrt und auch der Name „Windleser“ war noch niemandem bekannt. Er war nichts weiter als ein ungebundener Wanderer, der durch die Straßen und Gassen streifte – wob den Wind zu Talismanen, goss Wein zu Formationen und verschwendete auf ausgelassenen Festen seinen Ruf als zügelloser Freigeist. Er rühmte sich, die Kälte der Welt durchschaut zu haben, und tat die ewigen Gesetze aller Dinge als bloße Spielerei an seinen Fingerspitzen ab. Er glaubte, mit dieser überragenden Begabung die Welt der Sterblichen ungehindert durchstreifen und über all ihre Freuden und Leiden spotten zu können. So trieb es der umherziehende junge Mystiker ganz nach eigenem Gutdünken, ungeachtet von Gut und Böse, sei es, dass er den Bronzespiegel der zwei Weisen von Lianshan stahl, oder Räuber züchtigte, die in den Bergen ihr Unwesen trieben – Und so ging es fort, bis in einer Nacht das Gebrüll finsterer Unholde die Ruhe des Dorfes zerriss. Der vorbeiziehende Junge beschwor mühelos Wind, Donner, Blitz und Regen herbei und verbrannte das Gezücht zu Asche. Er streckte jedes Ungeheuer nieder, dem er begegnete, trieb dann aber aus lauter Übermut Schabernack mit den eben erst geretteten Dorfbewohnern. Doch noch ehe der Donner verklang, fiel plötzlich ein silberner Schein herab. Wie fließende Seide verwoben sich leuchtende Wolken zu Tausenden von Jadefedern. Gleich einem mythischen Vogel schwebte eine Schönheit mit strahlenden Augen anmutig herab und setzte seinem leichtsinnigen Treiben ein jähes Ende. Die Schwalbenadeptin, die spätere Generationen als eine der drei Bestien von Tao Dou verehren sollten, seufzte darüber, wie dieser Junge seine Begabung vergeudete, obwohl er die Gabe besaß, alle Dinge der Welt zu ergründen, ließ er sie zu einem bloßen Spielzeug verkommen, um die Sterblichen zu belustigen. Wann hätte der übermütige Junge je eine solche Schmähung ertragen? Er richtete sein Schwert stracks auf die erhabene Adeptengestalt hoch über ihm – „Mein Kind, glaubst du etwa, ich fürchte dich? Hör gut zu, wer ich bin:“ „Von klein auf war ich wild und ungebunden, zog zehn Winter lang auf weiten Runden; ohne Vater, Mutter, ohne Band, mit Wein, Blüten und dem Schwert zur Hand.“ „Zur Geisterstunde lodert mein Talismanfeuer bis zu den Sternen empor, hundert Meilen Frühlingswind fange ich im Seidenbeutel ein; sprich nicht, dass Qimen nicht der wahre Pfad sei, folge ich doch der höchsten Lehre rein.“ „Mein goldenes Elixier braue ich inmitten von Blüten, das wahre Feuer halte ich in Träumen verborgen; trunken verfasse ich Verse, um Donnergeneräle zu rufen, lachend schenke ich Nektar ein, um mit den Adeptinnen zu scherzen.“ „Wirke ich auch nur ein wenig meiner übernatürlichen Kräfte, geraten die Heiligen und Weisen in helle Not; mit Pfeifenklang und zwei, drei Talismanen erstarren die Adepten des Jueyun-Karsts vor Schreck.“ „Schönheiten nehme ich zum Tiegel, rote Pavillons mache ich zu meinem Heiligtum; hinter seidenen Vorhängen sind mir die Tage zu kurz, wenn der Klang der Jadeflöte den Wind herbeiruft.“ „Trittst du mir in den Weg, kümmert mich dein graues Haar nicht im Geringsten; ich entreiße dir die drei Seelen und sieben Geister und schmelze dich im selben Tiegel zu Golde ein!“ „Hast du ausgeredet?“ Ihr sanftes Flüstern fiel wie silberweißes Mondlicht herab, gefolgt von einer Adeptenmacht, die Wolken zerriss und Felsen spaltete. Talismane und Klingen kreuzten sich. Der junge Mystiker, der sich seines überragenden Talents gewiss war, unterlag schließlich dem Glanz der Jadefedern – Wie ein in eine Grube gestürztes Jungtier lag er unter ihren Füßen, doch in seinen Augen loderte aus unerfindlichen Gründen ein nie zuvor gekanntes Feuer. Doch die Adeptin mit den jadeartigen Silberfedern geriet keineswegs in Zorn, wie der Junge es erwartet hatte, sondern half ihm stattdessen auf die Beine – „Wenn es im Grunde deines Herzens liegt, Gutes zu tun, warum gibst du dich dann damit zufrieden, ein Leben als Gesetzloser zu fristen?“ „Begleite mich auf meinen Reisen. Die unermesslichen Wunder dieser Welt reichen weit über deine Welt der Sterblichen hinaus.“ „Altes Weib, was gebärdest du dich so scheinheilig! Ich bin ein Gelehrter von Rang, der Feuer und Blitz meisterhaft befehligt und alle Geheimnisse von Sternen und Monden kennt. Wie sollte ich mich je herablassen, dein Diener zu sein!“ Obwohl er solche Verwünschungen ausgestoßen hatte, machte der übermütige Junge keinerlei Anstalten zu gehen. Nicht etwa, weil er dafür, dass er sie ein „altes Weib“ genannt hatte, abermals eine gehörige Tracht Prügel bezogen hätte, sondern weil er in jenen kühlen Augen ein lang entbehrtes Erbarmen erblickte. Wie die in Büchern beschriebene Geborgenheit einer liebenden Mutter, oder gar wie ... ... „Oder gar wie was?“ Das trug sich erst viele Jahre später zu. Im sanften Schimmer der Silberlampe fragte sie ihn voll Neugier. Nach seiner einstigen Art hätte der ungestüme Begründer der Qimen-Künste wohl lachend mit einer scherzhaften Liebesbekundung geantwortet, doch plötzlich war ihm, als säße ihm ein Kloß im Halse – obschon er Tausende von Schriftzeichen kannte, brachte er nicht eine einzige scherzhafte Silbe mehr hervor. Als er jäh erwachte, war das Lampenlicht längst verglommen. Einzig der unberührte kalte Wein auf dem Tisch leistete seiner einsamen Seele noch Gesellschaft. „Wieder nur solch ein Traum“, dachte er. Wieder stand nach einem langen Jahr der Vollmond am Himmel, doch sie war noch immer nicht zurückgekehrt. So will ich eben im Traume weiter warten, einfach so fortan warten ... Eines Tages, gewiss, eines Tages ...

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