Deutsch
Klagelied der Viper
Erhöht die Aufladerate um 20 %. Verleiht dem Träger, wenn er mit seiner Elementarfähigkeit oder Spezialfähigkeit einen Gegner trifft, eine Stapelung „Hymne der Reinheit“, bis zu 3-fach stapelbar, 0,03 s Abklingzeit. Entfernt bei 3 vorhandenen Stapelungen „Hymne der Reinheit“ alle Stapelungen und verleiht dem Träger „Todesgift der Schlange“: Erhöht den durch alle Truppenmitglieder in der Nähe mit der Reaktion Stellarfunkeln verursachten Schaden 12 s lang um 24 %. Währenddessen kann „Hymne der Reinheit“ nicht erneut erhalten werden. Obige Effekte können auch ausgelöst werden, wenn sich der Träger inaktiv in der Truppe befindet.
Nutzer — Bogen
Geschichte
In den Zeiten, bevor die Heilige Fackel des fahlen Sterns entzündet wurde, war der Silberhof Veneters ein Zufluchtsort von gleichem Ruhm wie Kitezhgrad. Die Geister aller Sippen priesen den gütigen Namen der Herrin der Vila und rühmten sie als die Heilige, welche die bittere Kälte vertreibt und jeden Schmerz lindert. Ja, selbst als die Kriegsfackeln loderten und Blut die eisigen Ströme tränkte, war Vaselisa von Strivozha niemandes Feindin – Ganz so, wie es unzählige Lieder späterer Zeiten besangen: rein, gütig und wahrhaftig, so warm und mild wie eine Frühlingsbrise. Eben darum klopfte jener verzweifelte Adlige in einer eisig kalten Nacht an die prächtige Pforte von Veneter. Er war ein Kriegsheld, der einst dem Bluttrinker diente – ein berühmter Feldherr, der die Truppen des fahlen Sterns mehrmals auf offenem Schlachtfeld zerschlagen hatte, doch weil er seinem grausamen, barbarischen Herrscher offen abriet, die noch immer verbündeten Wasser-Unholde abzuschlachten, wurden ihm all seine Würden und Ämter aberkannt. Seine Frau und Kinder fielen der grausamen Strafe des Blutadlers anheim, und seine tributpflichtigen Untertanen wurden von der Leibgarde brutal geplündert, sodass ihre Leichen die Felder übersäten. Er ersehnte, sich mit Hilfe der Vila dem jungen Zaren zu unterwerfen und Treue zu schwören, und bat die barmherzige Heilige einzig darum, ihm den Weg zu ebnen. Die Heilige von Veneter lauschte schweigend seinen Worten, und in ihren jadegrünen, schlitzförmigen Pupillen glänzten alsbald schimmernde Tränen des Mitleids. „Alrekr Jarizleivich, mein Biedermann, mein Held ... Wie könnte ich nicht um jene weinen, die so unschuldig ihr Leben ließen?“ „Bring all deine überlebenden Untertanen, jene erschöpften, verarmten Vertriebenen und klagenden Seelen, auf meine Ländereien.“ „Mein Hof steht allen heimgesuchten Seelen allzeit offen, und du ... mögest auch du hier deine Ruhe finden.“ Die in der Duftmischung meisterhafte Schönheit schenkte dem erschöpften Gast eigenhändig aromatischen, warmen Honig ein und kniete ehrerbietig nieder, um dem alten General die Stiefel auszuziehen ... ... und als das Gold im Becher das silberne Blut in seiner Kehle erstickte, legte sie mit vollkommener Ruhe ihre rührende Trauer ab. Noch ehe der Morgen graute, hatte der Wind jene kriegsentscheidenden Geheimnisse bereits auf den Tisch des Königs der Volkodlaks getragen. Einige Tage darauf wurde der mit roter und weißer Seide verhüllte Sarg auf einen Schlitten gebettet und vom Gefolge zum Königshof des Bleichsterns geleitet – Die Heilige von Veneter schritt persönlich am Sarge, warf sich vor dem jungen Kaiser Monomach nieder und weinte so bitterlich, dass ihr die Stimme versagte. Sie war vor Gram verstummt; kein Klagelied erklang, einzig ihre Tränen rannen wie Perlen herab und durchnässten ihr schneeweißes Kleid. Gluvasha, die damals noch eine Zofe war, neigte das Haupt in Trauer vor dem Kaiser und berichtete mit bebender Stimme von den grausamen Gräueln der Volkodlaks. „Obwohl meine Herrin die überlebenden Untertanen bei sich aufnahm, vermochte sie nicht zu verhindern, dass die Späher des Bluttrinkers jenen tapferen General vergifteten ...“ „Nur du ... mein Kaiser, nur deine Barmherzigkeit vermag die unzähligen weinenden Seelen auf diesem kargen, kalten Ödland zu erretten.“ Durch den Schleier ihrer Tränen hindurch gewahrte sie in den himmelblauen Augen des Jünglings einen heilsamen, barmherzigen Hass. Ganz recht. Soll der edelste Zorn wie gewaltige Wogen aufbäumen, sollen Ordnung auf Ordnung und Stahl auf Stahl zermalmend prallen – doch der Wind bleibt auf ewig nur der Wind – ein sanfter, umspielender, freier Wind, formlos und unbeständig, der sich niemals an Nichtigkeiten bindet. ... Auf der Heimreise glitt der Wagen über den ewigen, tiefen Schnee. Die Heilige wischte die Feuchtigkeit aus ihren Augenwinkeln und blickte zu ihrem finster dreinblickenden Gefolgsmann. „Photius, sprich es doch frei heraus. Sag ruhig, dass du grollst. Es gibt keinen Grund, stets eine solche Miene zur Schau zu tragen.“ Der junge Vila, der wegen seines Geschicks im Mischen von Elixieren als Gefolgsmann erwählt worden war, senkte bestürzt den Blick und suchte krampfhaft seine Gedanken zu verbergen. „Nein ... Deine Entschlüsse durchdringen stets das tiefste Verborgene. Wie dürfte jemand von so geringem Verstand wie ich es wagen, deiner Weisheit auch nur den mindesten Zweifel entgegenzubringen ...“ Ein leises, sanftes Lachen war die einzige Erwiderung. „Du bist stets so, Photius. Du schenkst jenen, die du für weise hältst, so leicht Glauben, dass du dich willfährig dazu bringst, das eigene Denken einzustellen.“ „Du bangst davor, dass der König des fahlen Sterns die Wahrheit erfährt, und zweifelst an meinem Tun. Dabei sind dies fürwahr vortreffliche Fragen.“ „Monomach wird keinen Argwohn hegen. Ich glaube wahrhaftig an seine Barmherzigkeit. Welch Grund bliebe ihm also, meinen Tränen zu misstrauen?“ „Der Herrscher der Volkodlaks wünscht, dass der Wind zur knochenspaltenden Klinge wird, und der Kaiser des fahlen Sterns will ihn zum heiligen Schwert weihen, das jeden Makel tilgt.“ „Sie alle fordern, dass der Wind ihrem Willen gehorcht, den Bannern der Mächtigen folgt und dorthin weht, wohin es ihnen beliebt.“ „Doch Photius, der Wind gehört niemandes Eigen. Solange der Wind noch weht, weiß niemand, wohin er dereinst wehte.“ Die Heilige von Veneter ließ ihr sanftes Lächeln schwinden. In ihren smaragdgrünen, schlitzförmigen Pupillen spiegelte sich das noch jugendlich unschuldige Antlitz des jungen Begleiters. „Nimm dir ein Beispiel an Gluvasha. Eitelkeit und Hochmut sind ein Gift, das ganze Sippen ins Verderben stürzt. Nur ein sanfter Wind vermag wahrhaft lange zu wehen.“